EnEV 2016 und EEWärmeG

Wenn Sie als Bauherr einen Bauantrag einreichen, eine Bauanzeige erstatten oder eine nichtgenehmigungspflichtige Baumaßnahme beginnen, ist die aktuelle Energieeinsparverordnung (EnEV 2016) für Sie verpflichtend. Auch wenn Sie als Vermieter, Verkäufer, Verwalter oder Immobilienmakler tätig sind, betrifft Sie die EnEV. Als Fachleute – Architekten, Ingenieure, Bausachverständige oder Energieberater – eröffnet Ihnen die EnEV 2016 vielfältige neue, geänderte und herausfordernde Aufgaben und Auftrags­chancen. Einige hilfreiche Hinweise geben wir mit den folgenden Übersichten.

Effizienz-Häuser in der Praxis

Bauherren und Nutzer fordern vom Planer innovative Gebäudekonzepte, die ein hohes Maß an Energieeinsparpotenzialen und somit geringe Heizkosten aufweisen. Ökologisch nachhaltige Aspekte sollen berücksichtigt und solide Gebäudekonstruktionen mit einem hohem Werterhalt errichtet werden. Zu guter Letzt erhebt der Bauherr den Anspruch, sein Bauvorhaben ausgewogen wirtschaftlich zu realisieren. Daher fordert die stetige Steigerung der Energieeffizienz von Gebäuden heute, mehr als je zuvor, einen integralen Planungsansatz aller am Bau Beteiligten. Um die Energiebilanz eines Wohngebäudes grundlegend positiv zu beeinflussen, sollten die Transmissions-, sprich Wärmeverluste, und dabei vorrangig die Lüftungswärmeverluste verringert werden. Eine Luftdichtheitsprüfung, der so genannte „Blower-Door Test“, ist seit der EnEV 2009 Standard bei jeder Planung und Bauausführung.

Die Begrenzung der Transmissionswärmeverluste, der Energieverluste über die Gebäudehülle, sollte nicht nur über verbesserte Dämmqualitäten der Bauteile erfolgen. Im Regelfall stellt dieser Planungsansatz die unwirtschaftlichste Methode einer energieoptimierten Planung dar. Die Transmissionswärmeverluste können für das Bauvorhaben deutlich wirtschaftlicher minimiert werden, wenn sämtliche Wärmebrücken im Einzelnachweis erfasst und nicht über einen pauschalen Zuschlag auf die gesamte Bauwerkshülle berücksichtigt werden. Bauteilanschlüsse gut gedämmter POROTON-Ziegelbauten entsprechen nicht nur den Forderungen an Wärmebrücken der DIN 4108 Beiblatt 2, sondern weisen oftmals eine energetisch höherwertige Qualität auf. Ohne Mehraufwand oder Änderung des konstruktiven Grundprinzips eines Bauteilanschlusses können somit die resultierenden Wärmeverluste über die genaue Berücksichtigung von Wärmebrücken quasi halbiert werden. Ein zusätzlicher Aufwand an Ingenieurstunden, die aus einem genaueren und intensiveren wärmeschutztechnischen Nachweis resultieren, amortisiert sich i.d.R. sofort durch die eingesparten Mehrkosten in der Ausführung, z. B. durch den Einsatz höherer Dämmstoffstärken, die aus pauschalen planerischen Ansätzen entstehen und keine höherwertige Energieeffizienz mit sich bringen. Der höhere planerische Zeitaufwand für den Einzelnachweis kann durch die Verwendung berechneter Ziegelwärmebrücken im Ziegelwärmebrückenkatalog minimiert und somit effizienter gestaltet werden.

Grundsätzlich gilt jedoch – sobald die Wärmedämmung eines Gebäudes ein hohes Niveau erreicht hat, entscheidet maßgeblich die Effizienz der Anlagentechnik über die Höhe des Primärenergiebedarfs. Aus diesem Grund müssen für neu zu errichtende Gebäude parallel ab der EnEV 2009 die Anforderungen aus dem EEWärmeG (Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz) erfüllt werden. Damit werden die Bauherren verpflichtet, den Wärmeenergiebedarf neuer Gebäude anteilig mit erneuerbaren Energien zu decken. Die Nutzungspflicht kann dabei wahlweise durch den Einsatz von Solarthermie, Biomasse, Geothermie oder Umweltwärme, aber auch ersatzweise durch die Nutzung von Abwärme, Kraft-Wärme-Kopplung, Nah- und Fernwärmenetzen oder Energieeinsparmaßnahmen erfüllt werden. Kombinationen von erneuerbaren Energien untereinander und mit Ersatzmaßnahmen sind beliebig zulässig.

Energieanforderungen

Wesentliche Planungsansätze zur Steigerung der Energieeffizienz im Überblick:

  • Reduzierung der Lüftungswärmeverluste
    • Luftdichtheitsnachweis
    • mögliche Verwendung von Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung (WRG)
  • Verringerung der Transmissionswärmeverluste der Gebäudehülle
    • Bauteilflächenoptimierte Gebäudehülle (Beschränkung des Fensterflächenanteils) – Wärmedämmung auf hohem, jedoch wirtschaftlichem, Niveau
    • Einzelnachweis der Wärmebrücken
  • Einsatz energieeffizienter Anlagentechnik zur Beheizung und Trinkwassererwärmung
    • Anteiliger Einsatz erneuerbarer Energieträger
    • Verbesserung des Nutzungsgrades
Gebäudeenergiebilanz

Weitere Hinweise und aktuelle Informationen zur EnEV 2016, zur EU-Gebäuderichtlinie, zum EEWärmeG und anderen Themen rund um die EnEV finden Sie auch unter www.enev-online.de.